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Sparerpauschbeträge Verheiratete – Gemeinsamer Freistellungsauftrag

Sparerpauschbeträge für Verheiratete Hier können Sie sich über die Sparerpauschbeträge für Verheiratete informieren. In Deutschland sind Kapitalerträge steuerpflichtig. Wer mit seiner Geldanlage Gewinne erzielt, muss diese also versteuern. Dafür gibt es im deutschen Steuerrecht die Abgeltungssteuer. Allerdings existiert im deutschen Steuerrecht auch einen Sparerpauschbetrag. Bei dem Sparerpauschbetrag handelt es sich um einen Freibetrag speziell für Kapitaleinkünfte. Nachfolgend erklären wir Ihnen, wie Verheiratete ihre Sparerpauschbeträge kombinieren können, um möglichst wenig Steuern zu zahlen.

Besteuerung der Kapitaleinkünfte

Wenn die Eheleute Kapitaleinkünfte wie etwa Zinsen oder Dividenden erzielen, müssen sie diese auch verteuern. Zum Glück sind Kapitaleinkünfte aber nicht direkt ab dem ersten Euro steuerpflichtig. Denn nach dem deutschen Steuerrecht haben alle Sparer Anrecht auf einen speziellen Freibetrag für Kapitaleinkünfte, den sogenannten Sparerpauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG. Dadurch bleiben Kapitalerträge bis zu einer Summe von 801 Euro von einer Besteuerung verschont. Bei Eheleuten die zusammenveranlagt werden, addieren sich die Sparerpauschbeträge zu einer Gesamtsumme von 1.602 Euro.

  • Sparerpauschbetrag Ledige: 801 €

  • Sparerpauschbeträge Verheiratete: 1.602 €

Sparerpauschbeträge und Freistellungsauftrag

Zur Vereinfachung der Besteuerung von Kapitaleinkünften hat der Gesetzgeber im Jahr 2009 in Deutschland die Abgeltungssteuer eingeführt. Seitdem besteht für alle Banken die Pflicht, 25 % Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einzubehalten und an den Fiskus abzuführen.

Beim Steuerabzug auf Kapitalerträge berücksichtigen die Banken den Sparerpauschbetrag nicht automatisch. Dafür muss der Bankkunde erst einmal einen Freistellungsauftrag einrichten. Das für die Erteilung eines Freistellungsauftrags erforderliche Formular bekommen Sie direkt bei Ihrer Bank. Alternativ können Sie heutzutage bei den meisten Banken auch über das Online-Banking einen Freistellungsauftrag einrichten.

Freistellungsaufträge aufteilen

Der Freistellungsauftrag gilt für alle bei der Bank angelegten Konten und Depots. Falls man Konten oder Depots bei mehreren Banken hat, kann man den Freistellungsauftrag auch zwischen den Bankhäusern aufteilen. Grundsätzlich gilt, die Erteilung eines Freistellungsauftrags ist immer kostenlos.

Der Freistellungsauftrag gilt immer ab dem 1. Januar des Kalenderjahres, in dem man ihn eingereicht hat. Man kann den Freistellungsauftrag auf ein Jahr befristen, sodass er zum Ende des Kalenderjahres am 31.12 ausläuft. Alternativ kann man Freistellungsaufträge auch unbefristet erteilen. Wenn man sein Konto bei der Bank kündigt, erlischt der Freistellungsauftrag nicht automatisch, sondern muss separat gelöscht werden.

Gemeinsamer Freistellungsauftrag für Verheiratete

Verheiratete, die gemeinsam veranlagt werden, dürfen wählen, ob sie getrennte oder gemeinsame Freistellungsaufträge erteilen wollen. Bei gemeinsamen Freistellungsaufträgen verdoppeln sich die Sparerpauschbeträge der Verheirateten zu einer Gesamtsumme von 1.602 Euro. Ein gemeinsamer Freistellungsauftrag gilt sowohl für die Einzel- als auch für die Gemeinschaftskonten der Eheleute. Alternativ besteht für Verheiratete auch die Möglichkeit, nur eine Verlustverrechnung für ihre Konten und Depots bei der Bank zu beantragen. Dann verrechnet die Bank einmal pro Jahr sämtliche Gewinne und Verluste aller einzeln oder gemeinsam geführter Konten der Ehegatten miteinander.

Sparerpauschbeträge nachträglich nutzen

Wenn man vergessen hat, einen Freistellungsauftrag bei der Bank einzureichen, versteuert die Bank die erzielten Kapitalerträge direkt ab dem ersten Euro. Es gibt aber eine Möglichkeit, wie die Eheleute später auch noch ihre Sparerpauschbeträge steuerlich geltend machen können, und sich die zu viele gezahlte Abgeltungsteuer zurückholen. Dafür muss man eine Steuererklärung mit der Anlage KAP beim Finanzamt abgeben. Das Finanzamt berechnet dann die vom Ehepaar für ihre Kapitaleinkünfte zu zahlende Steuer unter Berücksichtigung des Sparerpauschbetrags. Nach Überprüfung der Steuererklärung erstattet das Finanzamt den Eheleuten die von der Bank aufgrund des fehlenden Freistellungsauftrags zu viel einbehaltene Abgeltungsteuer.