Das ist mit Sicherheit eine gute Nachricht für alle Sparer. Die Europäische Zentralbank hat angekündigt, den Leitzins anzuheben. Das ist die erste Erhöhung des Leitzinses seit fat drei Jahren. Damit reagiert die EZB die auf die anziehende Inflation infolge des Krieges im Iran. Schon früh war absehbar, dass der Konflikt im Iran weit über die Region hinaus wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen würde. Durch die Blockade der Straße von Hormus geriet den Handel mit wichtigen Rohstoffen ins Stocken. Die Auswirkungen sind in Form massiv gestiegener Energie- und Kraftstoffpreise auf der ganzen Welt spürbar.
Hauptrefinanzierungszins steigt auf 2,25 Prozent
Genaugenommen gibt es nicht nur einen Leitzins, sondern gleich drei verschiedene Leitzinsen. Im Fokus der Sparer steht dabei in der Regel der Einlagenzinssatz (Einlagefazilität). Seit September 2023 lag der Einlagenzinssatz im Euroraum bei 2,00 %. Nun plant die EZB eine Anhebung des Hauptrefinanzierungszinses um 0,25 Prozentpunkte auf dann 2,25 Prozent.
EZB erhöht Spitzenrefinanzierungssatz ebenfalls
Doch die EZB plant nicht nur eine Erhöhung des Einlagenzinssatzes, sondern will gleichzeitig auch die beiden anderen Leitzinssätze erhöhen. Der Hauptrefinanzierungszins soll von zuvor 2,15 Prozent auf 2,40 Prozent steigen, wie die EZB mitteilte. Der Hauptrefinanzierungszins gibt an, zu welchem Zinssatz sich die Geschäftsbanken über einen längeren Zeitraum Geld von der Zentralbank leihen können. Gleichzeitig soll der Spitzenrefinanzierungssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,65 Prozent angehoben werden. Der Spitzenrefinanzierungssatz legt fest, zu welchen Zinsen sich die Geschäftsbanken kurzfristig, etwa über Nacht, bei der Zentralbank Geld leihen können. Über den Spitzenrefinanzierungssatz kann die EZB die Liquiditätsversorgung der Geschäftsbanken steuern. Ein niedriger Spitzenrefinanzierungssatz hat eine erhöhte Geldmenge zur Folge und begünstigt damit einen Anstieg der Inflation.
Inflation soll durch Anhebung der Leitzinsen bekämpft werden
Durch die höheren Leitzinsen will die EZB erreichen, dass sich Kredite für Verbraucher und Firmen verteuern, was wiederum die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen kann. Die Europäische Zentralbank erhofft sich durch diese Maßnahme, die Geldentwertung stoppen zu können und die Inflationserwartungen in den Griff zu bekommen. Das ist auch dringend nötig. Denn im vergangenen Monat Mai 2026 lag die Inflationsrate im Euroraum bei 3,2 Prozent. Damit war die Inflationsrate deutlich über dem in den EU-Verträgen festgeschriebenen Zielwert, wonach eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent anzustreben ist.